Ah ja? Hm, ich seh’ das anders

Ihr kennt das? Den Kollegenschnack? Gehört ja mehr oder weniger zum gutem Ton, dass man sich unterhält. Ja, man rutscht dann auch mal in den Tratsch ab. XY ist schwanger. Weiß man, wer der Vater ist. Ach, und YX soll Referatsleiter bei Da-und-dort werden. Das ist ja noch normal.

Und dann rutscht das Gespräch ab. Auf einmal wird gegen eine gemeinsame Kollegin gehetzt. Du brauchst eine Weile, um zu verstehen, wer gemeint ist. Du beginnst mit dem nichts-sagenden Kopfnicken, widmest dich immer mehr deiner Arbeit, komplimentierst den oder die Kollegin hinaus.

Dann überlegst du, ob du eine falsche Sicht auf die Person hast. Kommst zu dem Schluss, dass das nicht der Fall ist. Das gegen die Person einfach nur gehetzt wird. Mobbing könnte man es auch nennen.

Und dann stehst du da. Eigentlich möchte man der betroffenen Person sagen, was Phase ist. Andererseits mag man andere Personen nicht in die Pfanne hauen.  Dann wieder: ol_sen, du Vollpfosten, es ist nur fair, der Person das zu sagen. Musst ja keine Namen nennen. Nimm einfach den verdammten Telefonhörer in die Hand.

Und du schiebst den Anruf dann doch immer weiter raus. Weil die Person eh schon genug Trouble hat. Du ihr nicht noch mehr um die Ohren werfen willst, worüber sie sich Gedanken machen muss.

Ich? Ich habe es mir jetzt einfach gemacht. Ich habe es in einen Blog-Beitrag verpackt. Ich habe mich um den versprochenen Telefon-Anruf gedrückt. Ich drück mich weiter. Obwohl ich ihn versprochen habe.

Ich sehe die Person immer noch anders als die Kollegen. Kann ich ihr das negative Feedback um die Ohren hauen, was man mir so gesagt hat?  Oder schluck ich es einfach, lasse es abperlen und belaste die betroffene Person gar nicht erst?

Das zwischenmenschliche… manchmal gar nicht so einfach.

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Der erste Kuss

Ich bin neulich wieder über dieses süße Video gestolpert:

Und danach musste ich an meinen ersten Kuss denken. Der war in der ersten Klasse. Am ersten Schultag. Wir standen auf dem Spielhügel und haben uns geknutscht. Liebesbriefe wurden getauscht. Dann, irgendwann, war es vorbei. Dann wieder zusammen, ach egal. Es war toll.

Ich erinnere mich an jeden ersten Kuss. Sei es der auf dem Spielhügel, den mit dem Nachbarsmädchen,  dem im Kölner Stadtpark, bei ihr zuhause, bei mir zuhause, im Fahrstuhl im Münchener Flughafen.

Jeder erste Kuss war was Besonderes. Was Tolles. Jeden habe ich genossen.

Der erste Kuss. Der ist und bleibt immer was Tolles.

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Train the Trainer

Vor kurzem war ich auf einem Kompaktkurs „Train the Trainer“. Normalerweise ist der aufgeteilt in mehrere Stufen und geht insgesamt neun Tage. Uns wurde das in drei Tagen eingeprügelt. Man muss dazu sagen, der Kompakt-Kurs ist eigentlich für die Teilnehmer, die die Einzellehrgänge hatten.

Unsere Trainerin war Dagmar Friebel von ChangePro. Eine sehr eloquente und mitreißende Person. Ja, sie hat auch was von diesem „TSCHAKKA!“. Aber auf eine durchaus positive Weise. Auf eine komprimierte Weise vermittelt bekommen, wie man Wissen transferiert, war schon sehr interessant. Wie wirken Gestik, Aussehen, Sprache. Das wurde am lebenden Beispiel demonstriert. Jeder Teilnehmer musste sich am ersten Tag präsentieren. Und jeder Teilnehmer durfte seinen Senf dazu abgeben. Das war schon sehr interessant. Man bekommt seine, teilweise bekannten Mankos, aufgezeigt, aber auch seine unbewussten Macken.

Erst am zweiten Tag wurden wir auf den Feedback-Burger (PDF) hingewiesen. Also dass man Feedback in der Ich-Form gibt. Also nicht „Du warst nervös!“, sondern „Ich habe dich als nervös empfunden.“. Das kommt natürlich beim Empfänger ganz anders an. Dabei wurde auch das Vier-Seiten-Modell sehr viel bewusster. Wie empfange ich eine Nachricht. Beispiel: „Der Kaffee ist alle!“ Nehme ich das jetzt in meinem Appell-Ohr war und setzte neuen Kaffee auf? Oder doch mehr auf der Sachebene als bloße Feststellung? „Ja, dann ist der wohl alle.“

Hinzu kam dann so etwas wie eine Selbstanalyse durch Metaprogramme. Bin ich mehr der visuelle oder der audiotive Typ? Finde ich etwas gut, oder sehe ich es positiv. Gerade daraus habe ich für mich sehr viel mitgenommen. Nicht nur für mich persönlich, sondern auch für das private Umfeld. Denn alleine schon durch die Formulierung, wie jemand etwas empfindet, kann ich den Menschen besser einschätzen. Klingt ein wenig eso, ich weiß.

Sicher hat man als Dozent/Trainer die unterschiedlichsten Typen vor sich, auf die man sich einstellen muss. Und während des Lehrgangs fragte ich mich, lernen Pädagogen/Lehrer so etwas auch? Nein, tun sie nicht. Sonst würden viele Schüler nicht auf der Strecke bleiben. Sie lehren nach ihrem „Programm“. Sind sie die visuellen Typen, machen sie viel mit Bildern und erreichen die Schüler nicht, die anders gepolt sind.

Was ich noch mitgenommen habe? Sprache. Ich weiß, und kriege es auch immer wieder vorgeworfen, dass ich zu schnell vorlese. Mit dem Vorurteil gehe ich in den Vortrag und kriege dann gesagt, das Sprechtempo ist ideal. Dann sitze ich auf einmal da und lese meiner Tochter vor und verfalle unbewusst in die Trainer-Rolle. Ich lese nicht mehr vor, ich doziere.

Was ich gelernt habe? Ich kann Menschen besser einschätzen. Mich besser auf sie einstellen. Ich kann aber auch Menschen „beeinflussen“. Durch Gestik, Sprache. Ich achte, zumindest im beruflichen Rahmen, ganz anders darauf, wie ich mich verhalte, wie sich der Gesprächspartner verhält.

Ich bin nach wie vor Ich. Ich kann nur anders, bewusster auf andere Menschen reagieren. Sicher muss das weiter gelernt werden. Sicher übersieht man Nuancen. Und privat steht man ohnehin anders da. Da sind ganz andere Mechanismen am Werk. Da ist man vielleicht auch zu eingefahren. Man will es vielleicht auch missverstehen. Weil man einen Scheißtag hatte. Weil es eben privat ist. Und nicht distanziert, beruflich. Aber es hilft vielleicht, nicht gleich zu eskalieren. Es auf eine andere Ebene zu heben, nach zu denken. Vielleicht hat man eine Aussage auf der falschen Ebene wahrgenommen. Vielleicht war die Aussage ja eigentlich ganz anders gemeint. Und ein „Ich finde Dein Zimmer sehr unordentlich“ wirkt beim Empfänger ganz anders als ein „Du hast schon wieder nicht aufgeräumt!“. Das „Du“ ist immer ein Angriff. Das „Ich“ zeigt das persönliche Empfinden. Der Empfänger kann darüber nachdenken. Ohne angegriffen zu sein. Und ändert sein Verhalten vielleicht.

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, jetzt bewusster zu kommunizieren, zu versuchen Aussagen für mich zu werten, wie ich sie wahr nehme, nach zu fragen. Und eben mehr das anklagende „Du hast…“ sein zu lassen, sondern mehr auf das „Ich…“ zu verwenden.

tl;dr
Der Lehrgang hat mir sehr viel in Sachen Kommunikation Face-to-Face gebracht. Wie empfinde ich eine Aussage, was wollte der Sender aussagen? Kritik nicht anklagend vorbringen, sondern aus dem persönlichem Empfinden vortragen.

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Lächeln… einfach so

Da sitzt du also da. Rollst Dich auf dem Sofa zusammen. Pennst den Großteil des Tages.
Und dein Kopp dreht sich nur um ein Thema. Und der Kopp sagt, egal was rauskommt, genieß es. Weil allein der Gedanke einfach wundervoll ist. Sie bringt mich zum lächeln.

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Innere Ruhe

Ich habe die letzten drei Tage die allerbeste Laune seit langem gehabt. Es ging mir richtig gut.

Dann: BÄMM!
Dämpfer. Rückfall in 3, 2, 1. Warum? Spielt keine Rolle. Das ist eine andere Geschichte. Eine ganz andere.
Den ganzen Tag ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Früh Feierabend gemacht, da derzeit alleine im Büro, keine Ablenkung. Gedanken hin- und herschieben ist dann die einzige Option. Viel zu viel Raucherpausen gemacht. Das sollte doch auch weniger werden. Zum Auto laufen und sich wünschen, heute wäre noch ein Lehrgangs-Tag. Weil da zwei, drei Menschen gewesen wären, mit denen man hätte reden können. Ja, reden. Nicht mailen. Mailen hätte ich können. Aber das wäre nicht das gleiche gewesen. Und die gute Laune der Runde insgesamt fehlt.

Nach Hause kommen. Auf’s Sofa fallen. Rechner und TV an. Berieseln lassen. Langsam runterfahren.

Dann klickt es wieder im Kopf. Ganz leise. Die unten hängenden Mundwinkel wandern etwas weiter nach oben. Augen zu. Die letzten drei Tage Revue passieren lassen. Bis zum Feierabend. Cut! Es gibt keine Director’s Cut Version mit geschnittenen Szenen. Der Film endet einfach. Alles fluffig. Alles grün.

Das komische Gefühl in der Magengrube verschwindet. Langsam kommt das positive Gefühl der letzten Tage wieder. Beim Schreiben dieser Zeilen stiehlt sich sogar wieder ein Lächeln in mein Gesicht. Einfach weiter an die drei Tage Lehrgang, an das viele gemeinsame Lachen denken.

Das ist gerade mein innerliches „OOOOMMMMM!“ und das „TSCHAKKA!“ zusammen. Das hält mich gerade davon ab, nicht wieder in die schlechte Laune der letzten Zeit zu verfallen. Beziehungsweise, es holt mich da gerade wieder raus.

Aber eines weiß ich: So etwas wie gestern möchte ich nicht noch einmal. Ich habe das schon mal hinter mir. Zu Zeiten vor Twitter, als man noch chattete und telefonierte. Will ich nicht wieder haben. Nein, ich werde es aus Respekt vor der Person nicht näher schildern, worum es geht. Das ist ein Ding zwischen der Person und mir.

Jetzt, einige Stunden danach finde ich meine innere Ruhe wieder. Denken an was Positives. Im Moment ist es der Lehrgang. Das Rundum-Sorglos-Paket. Sozusagen. Also, mein persönliches.
Wenn das bei anderen Dingen dann auch so klappt, war der Lehrgang in mehrfacher Hinsicht erfolgreich.

Der Kopf ist abgeschaltet gerade. Ich bin wieder ruhig. Entspannt. Zufrieden noch nicht. Aber das seltsame Gefühl ist gewichen.

Augen noch mal zu. Erinnern. Wieder lächeln können. Alles grün.

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Erkenntnisse

Nach nun abgeschlossenen drei Tagen „Train the Trainer“ Lehrgang bleibt mir heute mal ein kurzes Fazit. Eine komplette Zusammenfassung wird noch folgen. „Das mus sich noch setzen!“. Für diese Formulierung würde mich die Trainerin zwar nicht töten, aber es würde zumindest zu einem Lupfen der Augenbrauen führen.

Heute war wieder ein sehr interessanter Tag. Diesmal ohne, dass man selbst etwas präsentieren musste. Heute ging es theoretisch zu. Jedenfalls hatte ich heute mal wieder einen „What the fuck?“-Moment. Wegen der Dilts-Pyramide. Klang ein wenig eso, ist auf jeden Fall psychologisch. Die Erläuterungen dazu waren zumindest mal interessant. Im Kopf klickte es.

Das Klicken war für mich interessant. Da ist was eingerastet. Was und warum ist hier erst einmal vollkommen belanglos.

Interessant war die Gruppenarbeit: Wie sieht der ideale Trainer nach der Dilts-Pyramide aus? Letztlich hatten beide Gruppen so in etwa die gleichen Ergebnisse. (auch wenn ich vermute, dass die andere Gruppe uns heimlich belauscht hat ;))

Auch der Umgang mit Störern wurde thematisiert. Überrascht war ich, das meine intuitive Reaktion genau die richtige war.

Was die Trainerin erreicht hat? Ich bin ganz fickerig auf meine erste Schulung. Ich will vor Menschen stehen, denen ich was vermitteln soll. Ich will das Gelernte anwenden. Und ich habe sehr viele Erkenntnisse sammeln können. Über mich, über Kommunikation, über Sender-/Empfängerverhalten. Über Lerntypen. Über das, was mir liegt, und was nicht. Und das meine Selbsteinschätzung an einigen Stellen doch ein wenig falsch war.
Das war wirklich mal ein richtig guter Lehrgang. Der verdammt viel Spaß gemacht hat. Der mir gute Laune gemacht hat. Und das lag nicht nur am guten Kaffee von Kollegin S. ;) (das war jetzt ein Insider)

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Schon interessant…

wie ein „Train the Trainer“-Lehrgang einen verändert. Da ist der Kollege, den kennst Du seit Jahren. Da ist die Kollegin, die du nicht ausstehen kannst. Und dann sind da die KollegenInnen die du kennst oder erst kennenlernst. Und dann sollst du Feedback geben zu den Kurzvorträgen, die diese Personen gehalten haben. Und plötzlich ist es egal, in welcher Beziehung zu der vortragenden Person stehst. Du kannst einfach sagen, „Das und das war toll!“ Auch bei der Kollegin, die man nicht so mag. Dann ist da der Kollege, dessen Humor man mag, mit dem man gut zurecht kommt. Und man sagt „Eh, nee, Du, das war jetzt in dem und dem Bereich nicht so dolle!“ Und dann bist Du dran. Und die Kollegin, die du nicht so magst gibt Dir ein Feedback. Und Du denkst, „Ja, sie hat recht“.

Du fängst an, Menschen auf anderen Ebenen wahr zu nehmen. Du weißt, Kollegin Y ist mehr der visuelle Typ, Kollege X mehr der kineästhische. Das geschieht unbewusst. Aber auch deren Kritik an deinem Vortrag kannst du auf einmal ganz anders einschätzen. Du nimmst es nicht mehr als persönliche Kritik. Sondern auf der Ebene, wie sie dich wahrnehmen. Und wenn du einschätzen kannst, wie du wahrgenommen wirst, gehst du auch anders mit der Kritik um.

Jetzt habe ich schon den zweiten Tag etwas über den Lehrgang zusammen gefasst. So eine Komplettfassung wird noch folgen. Einen Tag habe ich ja noch.

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Dieser Tag…

hinterlässt mich auf vielfältige Art und Weise nachdenklich zurück. Ich habe derzeit einen „Train the Trainer“-Lehrgang. Der, kurz gesagt, umreißen soll, wie gehe ich als Trainer/Dozent mit den Trainees um. Heute haben wir viel über Kommunikation gelernt. Aber auch über uns selbst. Was für ein Typ wir sind. Sind wir jemand, der gerne detailliert ist oder nur einfach einen Überblick möchte. Zum Beispiel. Am Ende des Lehrgangs werde ich noch ausführlich darüber bloggen.

Im Moment reflektiere ich Nachgang einfach meine Metaebene. Und warum und wieso ich auf bestimmte Personen entsprechend reagiere. Weil ihre Metaebene eine andere ist. Ihr versteht nur Bahnhof? Verstehe ich. Ich möchte das im Moment noch gar nicht weiter aufdröseln. Nur soviel, ich verstehe, warum manchmal Kommunikation nicht so funktioniert, wie sie soll.

Das ist spannend, das ist interessant. Für einen Moment dachte ich, das ist so ein Eso-Scheiß. Nee, wenn man mal drüber nachdenkt, dann gibt das durch aus Sinn. Oder, wie eine Kollegin später zu mir eine, das unsere Kommunikationsprobleme eben daran liegen, das wir auf unterschiedlichen Ebenen kommunizieren. Recht hat sie. Ich muss sie deswegen immer noch nicht mögen. Aber es erleichtert den Umgang.

Ich habe heute auch einiges über mich gelernt. War bei einigen Ergebnissen sehr überrascht, weil ich mich selbst anders eingeschätzt habe. Beim drüber nachdenken aber feststellte: Ja, das bist du. Auf den Punkt.

Ich habe aber nicht nur beruflich was mitgenommen. Sondern auch privat. Auch was, was mir, hmmm, wie formulier ich das neutral? Ich sage mal so, ich kann heute schon ein Stück besser einschätzen, wo eine bestimmte Person bei bestimmten Dingen Probleme hat. Eine Lösung dafür habe ich noch nicht, nach einem Tag. Aber ich habe eine Richtung. Die nicht nur der Person, sondern auch dem Umfeld hilft.

Genau das muss ich noch näher für mich analysieren. Mit einer anderen betroffenen Person sprechen. Vielleicht sogar noch mit einer anderen. Aber mir wurde heute einiges klarer.

Das war heute ein sehr, sehr interessanter Tag.

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